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Mit Kabale und Liebe ward in der Schule mein erster Widerwille geboren, beim Winkelschreiber Werther ballte ich die teuflische Faust. Kein Wohlgeschmack bei des Woyzecks Erbsensuppe, versalzen wie das Tote Meer. Möge auch meine Schöpferkraft in ein gelbes Reclam münden, dabei Grausen und Antipathie verursachen, derweil ihr Beiklang die verschleierten Pfade des Lebens unmerklich offenbart. 


THEATERDIALOGE 


 Von Königen und Lakaien 

Fürwahr, so trug es sich zu: Aus dem Jetzt blickt der Tor zurück in das Einst und erinnert in einem plantonischen Dialog, wie er Erhabenheit über sein früheres Ich erlangte und vom Lakaien zum König reifte. Der moderne Mensch scheint in zwei gewichtige Naturen unterteilt. Die königliche, mit Kümmernis beseelte Natur, die viel von sich verlangt und die dranglose Natur, die niemals über sich hinauszugehen vermag und wie das Herdentier zeitlebens in demselben Zustand verharrt.


Des Tors Lehrjahre 

Fürwahr, so trug es sich zu: Die Morgenstunden des Tors vergingen nach verlässlichem Muster. Während die Adlatusse alle Verpflichtungen an sich riss, beobachtete der Tor furchtsam die Türen des Winkels, denn jeder unvorbereitete Moment vermochte ihn als vermeintlichen Nichtsnutz zu entlarven. Um Fleiß vorzutäuschen, übte er sich im beständigen Öffnen des Tischkastens und dem Hervorholen leerer Papierbögen.


KURZGESCHICHTEN


Die dreizehnte Kammer 

Schemenhafte Gestalten trieben an diesem lichtlosen Herbstmorgen ihr Unwesen, als ich aus meinem Dirnitz hinab zum Burggarten blickte. Sie tanzten auf und ab und woben dabei ihr weißes, netzartiges Kleid um das bereifte Gesträuch und Gehölz. Vor einer jüngst gepflanzten Eibe verweilte die anmutige Marguerite de Roussillon in einem weißen Gewand und wehklagte.


Sie nennen es Tanz

Heute verging ein weiterer Tag in dem wahrhaft gewordenen aber auch teils widersinnigem Morus-Utopia. Wie berauscht und verzaubert ich zu Beginn meiner sonderlichen Reise war, mich in einem Traum wähnte, der nun langsam seine Schreckgespenster offenbart.


Vom Kriege

Die Erschütterung versetzte mich in eine unkontrollierte Schwerebeschleunigung. Die Furcht lähmte meinen Körper und nur mein empor schnellender Adrenalin Pegel verhinderte, dass mich die bissige Kälte und die lastende Fliehkraft nicht gänzlich betäubten. 


Eine Geschichte von der Ungleichheit

Einst war der Mensch instinktgeleitet und besaß in seinem Naturzustand alles um zu überleben. In seiner ausgebildeten Vernunft besitzt er nur noch das, was er braucht um in der Gesellschaft zu leben. Wie entwickelte sich aber die Ungleichheit unter Menschen und wo hatte sie ihren Ursprung?


LYRIK


Zwietracht Janus | Dualis | Unmai

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 PHILOSOPHISCHE FRAGMENTE


 Ist der Mensch von Natur aus böse?

Obschon verschiedenste philosophische Strömungen diese Frage zu ergründen versuchten und den Menschen in seinem Naturzustand als böse wähnten, könnte die Biologie eine eindeutige Antwort liefern. Zwar besitzen Gene keinen Verstand, sind aber metaphorisch betrachtet egoistisch. Trifft das auch auf den Menschen zu?


Ist der Mensch frei?

Während die Natur befiehlt und das Tier gehorcht, gestaltet der Mensch sein Leben nach individuellen Bedürfnissen und begreift sich dadurch als frei. Das instinktgeleitete Tier kann hingegen selbst dann nicht von den Regeln abweichen, wenn es vorteilhaft wäre. Doch ist der Mensch tatsächlich frei?


Facebooks Lockspeisung

Warum löschte ich nach Facebooks jüngstem Datenskandal nicht einfach mein Benutzerkonto? Wohl weil nicht ich, sondern eben jene Kultur- und Kreativwirtschaft meine Optionen des Zeitvertreibs und der Unterhaltung bestimmt. 


Von Nazis und Gutmenschen

Spätestens während der immer noch allgegenwärtigen Flüchtlingskrise 2015/2016 entstanden in den sozialen Netzwerken zwei Typen von Protagonist und Antagonist, die sich auch während der Corona-Pandemie und der gegenwärtigen Energiekrise befehden. In den dichotomen Hauptrollen: Pauschal als Nazis gescholtene kritische Stimmen und als Gutmenschen konnotierte Moralisten mit Teddybären und Hang zum Toleranzfetischismus. Auf Spurensuche!


REPORTAGEN


Der Kreislauf des Konsums - Ein Rundgang im Müllheizkraftwerk Ludwigshafen

Der Blick hinab in den tiefen, schummrigen Betonschlund offenbart all das, was niemand mehr will. Hier endet der Kreislauf des Konsums. Ein kunterbuntes Sammelsurium aus unserem Alltag, nur noch auf die beiden stählernen, sechszackigen Greifarme wartend, die sein Ende besiegeln. Ankunft im Müllbunker des Müllheizkraftwerks in Ludwigshafen, der mit seinem Fassungsvermögen von 2.000 Tonnen drei Verbrennungsöfen rund um die Uhr mit Restmüll versorgt.